Counterpart
Wie verkaufen Sie Camper-Reisen?
Katja Dietz, FCM Travel Solutions, Frankfurt: „Die meisten unserer Camper-Kunden sind Wiederholungstäter. Der Rest zögert. Diesen Kunden biete ich dann kurze Einsteigertouren an – etwa eine Reise durch die Neuengland-Staaten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Camper-Urlauber häufig Familien sind, die früher ihre Ferien auf einem deutschen Camping-Platz mit dem Zelt oder dem Wohnwagen verbracht haben. Derzeit sind die Buchungen allerdings verhalten.“
Michael Scholz, Reisebüro Blum, Frankenthal: „Wir sind auf Kanada und die USA spezialisiert und bieten Camper-Reisen deshalb aktiv an. Beide Länder laufen derzeit sehr gut bei uns, was natürlich auch am Dollar-Kurs liegt. Camper-Urlaub eignet sich für Menschen, die sich Zeit nehmen und ein Land und dessen Natur wirklich kennen lernen wollen. Das ist vielleicht nicht die günstigste, aber auf jeden Fall die schönste Weise, Nordamerika zu entdecken.“
Tanja Lindemann, Alternativ Tours, Berlin: „Ich würde unser Camper-Geschäft als recht gut bezeichnen, auch wenn wir diese Urlaubsform selten aktiv anbieten. Seit Erscheinen der neuen Kataloge haben wir gut 40 Wohnmobilreisen verkauft, die meisten davon mit Reiseziel Nordamerika. Da fahren die Kunden gemütlich auf der gewohnten Straßenseite. Australien verkauft sich ebenfalls gut. Skandinavien wird bei uns hingegen kaum gebucht.“
Melanie Behringer, DER Deutsches Reisebüro, Frankfurt: „Ich verkaufe Camper-Reisen in den meisten Fällen auf Anfrage der Kunden. Manchmal ist auch die eingeschränkte Mobilität ein Thema. Mit den großen Campern in die Städte rein, das gefällt vielen nicht. Kunden, die noch keine Erfahrungen haben, empfehle ich deshalb oft eine Tour, die ich selbst schon gemacht habe: 14 Tage ab/bis Atlanta durch die Südstaaten. Das war sensationell.“
Hans-Joachim Menz, TUI Travelstar Reisebüro Fun & Sun, Buseck: „Wir verkaufen zwar Camper-Urlaub, aber das Produkt erfordert viel Fachwissen. Für welches Land braucht man einen internationalen Führerschein, wo wird der Wasserschlauch angeschlossen und wie entleere ich die Toilette? Wir empfehlen den Kunden, bei der Fahrzeugübernahme aufzupassen sowie jeden Steinschlag und jede Beule zu dokumentieren. Denn bei Campern wird oft ganz genau hingeschaut.“
Irene Heine, Reisebüro Rast, Bad Krozingen: „2009 lief das Camper-Geschäft schleppend. Dieses Jahr haben wir bereits einige Anfragen auf dem Tisch. Wir verkaufen meist Reisen nach Kalifornien oder Arizona. Manchmal ist der Kunde unsicher und kann sich nicht entscheiden, ob er einen Mietwagen oder ein Wohnmobil nehmen soll. Dann listen wir die Vorteile auf: keine Hotelsuche, kein tägliches Kofferpacken, mehr Flexibilität.“
Yvonne Esmann, Reisecenter Neu Wulmstorf, Neu Wulmstorf: „Camper-Reisen buchen wir nicht gerade am laufenden Band. Bei unschlüssigen Kunden machen wir öfter eine Gegenüberstellung von Mietwagen, Hotel und Camper. Dabei stellt sich meistens heraus, dass ein Wohnmobil die teuerste Möglichkeit ist. Vor Kurzem buchten Kunden eine Mischung bei uns: Drei Wochen an der amerikanischen Westküste – davon zehn Tage mit dem Camper und die restliche Zeit mit dem Mietwagen.“



