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Ist 2010 ein Last-Minute-Jahr?

Thies Schmidt, Flugbüro Hagge, Brunsbüttel: „Seit Ferienbeginn mehren sich die Anfragen, viele Kunden buchen auch. Allerdings haben viele wegen der TV-Spots mit Michael Ballack für Last-Minute-Reisen utopische Preisvorstellungen, etwa 199 Euro für Ägypten. Und dann wollen einige noch 50 Euro Rückvergütung. Manchmal schlage ich dem Kunden dann vor, er solle zu diesem Preis im Web buchen – was nicht klappt. Oder ich biete teurere Alternativen an und erkläre dann die Vorzüge.“

Karl-Heinz Burgdörfer, Reisebüro Kleine Fluchten, Bielefeld: „Solange die WM lief, hatten wir keine Anfragen. Jetzt sind Ferien, und seit dem Wochenende wird zwar mehr nachgefragt, aber wenig gebucht. Kurzfristig geht alles über den Preis. Ärgerlich ist, dass es dieses Jahr entgegen aller Beschwörungen der Veranstalter jede Menge reduzierte Preise gibt. Wir als Reisebüro sind sehr unglaubwürdig, wenn wir den Kunden sagen, sie sollen langfristig buchen.“

Wibke Fiene, First Reisebüro, Peine: „In diesem Jahr ist das Last-Minute-Geschäft eher durchwachsen. Bei dem schönen Wetter tut sich nicht viel, egal ob WM oder nicht. Außerdem haben wir das Problem, dass der nächstgelegene Flughafen Hannover oft ausgebucht ist. Alternativ fahren die Kunden nach Leipzig, Münster oder Paderborn. Wer wirklich auf den Preis achtet, reist auch mal bis Nürnberg, wenn Rail & Fly im Preis inklusive ist.“

Tina Flügge, Reisebüro Gerlach, Weyhe: „Trotz des schönes Wetters haben wir viele Anfragen, weil die Leute zusätzlich zur Sonne auch den Strand wollen. Für viele Kunden sollen wir Reisen beobachten. Es gibt zwar genügend freie Plätze, aber die Kunden wollen meist weniger zahlen als verlangt. Wer Geduld mitbringt, bekommt eine Woche vor Reisebeginn immer noch ein Schnäppchen. Letztes Jahr gab es nicht so viele Kurzfristangebote.“